Mittwoch, 25. Februar 2015

Mo 23.2. 12:00 Auf der Autobahn von Hyderabad nach Norden

Superstraße (nicht ironisch), Bernd fährt.
Tiger Suchbild
Hyderabad - nicht schön, denn mir wurde im
Schlangenhaus im Zoo mein Portmonee aus dem Rucksack geklaut. Am meisten ärgere ich mich über mich selbst, dass ich nicht besser aufgepasst habe. 


Lebende Damenhandtaschen
Ich hatte sogar irgendwas am Rucksack wahrgenommen, aber erst beim Ausgang nachgesehen und festgestellt, dass der Reißverschluss offen war und Geldbörse mit Visa- und anderen Geldkarten nicht mehr da war - ärger, ärger, ärger, grrr!
Die Zoopolizei hat der Polizei von der nächsten Wache Bescheid gesagt. Die kamen an, und als der eine erfuhr, dass wir jetzt gar kein Geld haben, hat er uns gleich 1000 Rupies (14€) gegeben, damit wir erst mal über die Runden kommen - total nett! Auf der Wache zeigten wir den Diebstahl an, haben aber wenig Hoffnung, dass irgendetwas daraus folgt. Zum Glück haben wir noch Bernds Visacard.                    
Selbst in Indien holt einen die Vergangenheit                                                                                                   
ein. Ein Anblick aus vergangenen Bürotagen.                                                        

So konnten wir dem netten Polizisten Pops das Geld wieder zurückgeben, womit er wohl gar nicht gerechnet hatte. 
Aber im Zoo haben wir endlich die ersten echten Tiger in Indien gesehen. Und so einiges mehr...

Abends sind wir zum Golkonda Fort gefahren, wo wir eine Light- und Soundshow gesehen haben, in der uns auf englisch die Geschichte des Forts aus dem Mittelalter mit unterschiedlichen Herrschern nahegebracht wurde. 


Einzelne Teile des Gemäuers wurden in unterschiedlichen Farben beleuchtet und man hörte nur Stimmen, die die Intrigen- und Liebesgeschichten erzählten, und Lieder, die gesungen wurden, denn Musik, Poesie und Tanz spielten zu der Zeit wie heute eine große Rolle.

19 Uhr
Wir sind heute nur gefahren, 440 km. Meistens war der National Highway 7 (auf MapsMe heißt er NH44) vierspurig gut ausgebaut. Aber es gab auch mehrere Stellen, wo es plötzlich zweispurig wurde mit Gegenverkehr, mal rechts, mal links, mit zig Schlaglöchern. Screely musste schon ziemlich ackern manchmal. Und wir sind froh wenn wir ohne Achsbruch durchs Land kommen.
Wir stehen mal wieder an einer Tankstelle, nachdem wir zwei Nächte in Hyderabad im Hotel waren, in der Nähe des geografischen Mittelpunktes von Indien, Nagpur. Haben gerade Nudeln mit Gemüse und Masala-Gewürzen von Maggi gegessen (wie Yumyum). Und genießen jetzt noch die sommerlichen Temperaturen, werden aber leider etwas von Mücken genervt.
                              

Fr 20.2. Hampi 2

Sechsstündige Besichtigungstour mit Guide in Hampi. 
Wir haben eine Menge über die Götterwelt der Hindus erfahren. Man kommt mit den vielen Namen ja völlig durcheinander. Und wenn dann Götter wie Vishnu auch noch in zehn verschiedenen Gestalten (Avataren) auftauchen, macht das das Verständnis nicht unbedingt einfacher. Der Elefantengott Ganesh ist also der Sohn von Shiva und Parvati, und er steht häufig am Eingang von Tempeln, denn er gilt als der Gott, der alle Hindernisse beseitigt. 

Bei allen indischen Tempeln gibt es an der Seite einen Lakshmi-Tempel, denn Lakshmi ist die Göttin, die materiellen Wohlstand bringt, sodass sie von vielen Hindus verehrt wird.
Ganz interessant war noch der Vitalla Tempel, der für Hochzeiten und sonstige Feiern benutzt wurde. Die dünnen Säulen wurden als Musikinstrumente verwendet, denn durch Anschlagen von unterschiedlichen Seiten entstanden unterschiedliche Töne.
Nach der Besichtigungstour beschlossen wir, uns den Sonnenuntergang von der anderen Seite des Flusses Tungabhadra anzusehen, wo es sogar mal einen der wenigen Campingplätze in Indien geben sollte.
 Der war diesmal tatsächlich vorhanden, die Goan Corner. Wir waren überrascht, wie gut besucht von jungen Leuten aus aller Herren Länder dieser Ort war. Und auf dem nahe gelegenen Hügel traf man sich zur Jam Session zum Sonnenuntergang. Toll!

Do 19.02.15 Hampi 1

Die letzten 120 Km waren an diesem Morgen ein Katzensprung.
Hampi - konnte man schon 20 Km vorher in kleinen Teilen erkennen. Hier ein kleiner Tempel und da einige Ruinen - sozusagen einige kleine Appetithappen als Vorsuppe.
Und dann Hampi.
Es ist wirklich so wie in vielen Büchern beschrieben und von einigen unserer Reisebekanntschaften schon vorhergesagt wurde. Man wird von der Menge und dem Ausmaß der Tempelanlagen auf den ersten Blick erschlagen.

Unsere erste Unternehmung in einer neuen Ortschaft, wo wir übernachten wollen, ist uns nach einem geeigneten Platz umzuschauen, an dem wir in Ruhe stehen können.
Nachdem wir in einer Sackgasse im Menschengewühl standen, wurden wir von einem Guide für Hampi angesprochen. 

 

Wir hatten uns vorher schon darauf geeinigt uns einen Guide zu nehmen. Dieser Guide hat uns, nachdem wir unser Problem erläutert hatten, zu einem Hotel geführt, auf dessen Parkplatz wir gerne stehen könnten, wenn wir unser Essen im Hotel einnehmen würden.
Danach haben wir uns für den nächsten Morgen mit ihm verabredet.

Sonntag, 22. Februar 2015

Mi 18.2. Auf nach Hampi 3



Bin früh aufgewacht, weil ich eigentlich den Sonnenaufgang sehen wollte. Um 6:30 war der Strand schon wieder voller Menschen. Aber weil es diesig war, bin ich doch nicht aufgestanden. So sind wir erst gegen 10 losgekommen - Richtung Hampi - ca 430 km -. 
Beim Frühstück gegen 11 wurden wir von angeblichen Zeitungsreportern fotografiert und interviewt. Als dann immer mehr Mopeds anhielten, um uns zu bestaunen, haben wir gemacht, dass wir wegkamen.

Und weiter den ganzen Tag gefahren, ohne große Vorkommnisse. Bis auf einen Unfall, der sich vor unseren Augen abspielte: ein überholender Truck drängte einen kleinen weißen PKW von der Straße und schrammte dessen ganze Seite, bzw. dellte sie ein. Der Truck fuhr einfach weiter. Und wir auch. An der nächsten Tankstelle, um 17:00 Uhr, fanden wir einen Platz für die Nacht.
 




Noch ca 120 km bis Hampi.

Auf nach Hampi 2

Nur eine Kurze Etappe, in Km, bis Chennai (früher Madras)
Ganze 80 Km und ganze 4 Stunden, um in eine Millionenstadt zu kommen und auf der anderen Seite  wieder heraus. Weiter 150 Km bei Nellore, noch ein letztes Mal an den Strand des indischen Meeres. Als wir dort ankamen haben uns ca 2000 Menschen am Strand  mit ihrer Anwesenheit überrascht. Also wirklich, so völlig abseits jeglicher Ansiedlung auf einmal so einen Auflauf von Menschen zu begegnen hat uns total umgehauen. Wir dachten ein schönes kleines gemütliches Fischerdorf und dann das. Erste Reaktion, da kein Platz um im Auto zu übernachten, gleich ins nächste und einzige Hotel in der Nähe. Dann noch mal ins Wasser, was nicht ganz einfach war, weil man sich um einen Stehplatz im Wasser schon ein bisschen bewegen musste. Das Geheimnis dieses Spektakels, ein Neuer Tempel wurde an diesem Tag direkt am Strand eingeweiht und das hat Volksfestcharakter.
Geschlafen haben wir dann doch ganz nett, weil das Hotel einzelne Bungalows hatte und unser einen genügenden Abstand zu dem feiernden Volk hatte. Wir haben dieses Ereignis dann zum Waschtag werden lassen, da am Strand kein Bleiben von uns möglich war. Alle 5 Meter wurde man angesprochen, wo man herkommt, was man hier will, ob man ein Photo mit uns machen könnte und so weiter.

Auf nach Hampi 1

Nach dem Frühstück in der netten Bäckerei in Auroville Richtung Norden.

In Mamallapuram haben wir einen kleinen Zwischenstop eingelegt. Es sind dort sehr beeindruckende Felsreliefs, die wir natürlich nicht einfach am Wegrand liegen lassen.



 
 Sehr beeindruckend.

 Da im Ort die Kunst des Bildhauers sehr verbreitet ist, haben wir mit den Gedanken gespielt uns einen Löwen zuzulegen. Er sollte mindestens so groß sein, das Lily drauf reiten könnte. Nach diversen Anfreundungen mit verschiedenen Löwen, die meistens zu klein, zu groß, zu unfreundlich oder hässlich waren, hatten wir einen gefunden, der uns so ziemlich zusagte. Doch der Künstler wollte doch ganze unverschämte 1000 .- Euro für das gute Stück Löwe. Dafür war der Löwe dann doch nicht freundlich genug. Hätt ein großes Loch in die Reisekasse gerissen und die letzten 7 Wochen hätt er nur im Weg gestanden - im Auto mit seinen gut 350 Kg - und damit auch kaum zu bewegen. In Kovalam haben wir dann am Strand (Müllhalde) genächtigt. Mitten in der Nacht kam der Dorfsheriff vorbei und wollte uns dazu bewegen ins Hotel umzuziehen, da es am Strand nicht "save" sei. Das haben wir dann ganz simpel ignoriert. Siehe auch Auroville (englisch)

Samstag, 21. Februar 2015

12. - 15.2. Four days in Auroville

 Some miles north of Pondicherry there is an international experimental town called Auroville.  We got to know about it by some German friends we had met in Agonda in Goa (Thank you, Martina and Jochen!) Here people of good will are realising community projects. The first we found was a bakery - with real bread and cake like in Germany! That was our place to have breakfast. And here we met two guys from Germany who wanted to know everything about our car and the trip. They invited us to come to their guesthouse and have a selfmade Marsalatea. And in that guesthouse in Yatra we met the next Germans and French and Indian people. We arrived just the correct day because that night was supposed to be a sing-along there.
At the visitors' centre of Auroville we had to make a date to be able to enter the Matrimandir, the "Temple of the Mother". As the first possible date was next Sunday we decided to stay at this spiritual place for four days and gain strength for the last weeks of our journey. Many people spend their holidays or even their lives here.

The Sing-Along that night was fun. We had some instruments, keyboard, drums, of course I brought my guitar and sang and danced lots of easy mantra-like Indian songs, that I will bring home to sing them in Hamburg with my choirs :)
We slept next to the guesthouse in our car under a tree.

The next days we spent at the beach and discovering different places in Auroville. 
On Saturday there was a festival with different circus workshops and at night dancing to Disco music from the eighties, played by a live band. 
We had the occasion to see an Indian film with English subtitles about life of an Indian tribe and how problems are solved with the wisdom of old Indian tradition. It reminded me a bit of what had happened to us after our accidents. The question was not "Who is guilty?" but to find a solution that is acceptable for everyone. And in the end you are asked "Are you happy?".

The centre where the Matrimandir was built was chosen by The Mother, the founder of Auroville. She put her finger on the map and it turned out to be a spot where a Banyantree is growing.
 That is a special tree with airroots growing from the tree's crown downwards making new trunks. At your first visit to Matrimandir they show a video about what Auroville was created for, bringing together people of all nations and religions to live together peacefully. The inside is all white, but through the golden plates on the outside it seems orange. We were given white socks to put on and were walking one after the other along stairs in the inside of the ball up to the meditation room, where we sat down on white pillows, all strictly quietly, for 10 minutes. The walking reminded me of science-fiction-movies, or the German Bundestag in Berlin where you also walk stairs up inside the "Kuppel". The good thing was the complete silence inside as contrapoint to the normal sensory overload in India.